Rotkohl-Eintopf wie bei Oma: mit Schweinenacken und Kartoffeln
Warum eigentlich immer Weißkohl? Heute habe ich einen Eintopf aus Großmutters Kochbuch für euch, und der Hauptdarsteller ist ein frischer Rotkohl. Dazu ein ordentliches Stück Schweinenacken, Äpfel, Zwiebeln und Kartoffeln. Alles in einem Topf.
Der Trick: Hier wird nichts angebraten, sondern alles nur angeschwitzt. Das Fleisch gibt seinen Saft an den Eintopf ab, die Äpfel bringen die Säure mit, und die Kartoffeln binden am Ende alles schön sämig. Einen Schuss Essig brauchst du nicht.
Ich weiß, so ein Eintopf schmeckt am nächsten Tag noch besser. Stimmt. Aber ich hatte Hunger.
Zutaten für 8 Portionen
- 1 Rotkohl (ca. 1,5 kg)
- 1 kg Schweinenacken, am Stück oder als Nackensteaks
- 600 g mehligkochende Kartoffeln
- 2 große Äpfel, säuerlich, zum Beispiel Fräulein
- 5 kleine Zwiebeln
- 50 g Butterschmalz
- 1 l Gemüsebrühe
- 1 gehäufter TL Rotkohl Schmeichler
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
Schritt 1: Zwiebeln anschwitzen
Die Zwiebeln in halbe Ringe schneiden. Ganz fein müssen sie nicht werden, im Eintopf schmelzen sie sowieso. Das Butterschmalz im großen Topf erwärmen und die Zwiebeln darin auf hoher Stufe anschwitzen, mit Salz und Pfeffer. Farbe wollen wir keine, nur glasig. Das Salz zieht das Wasser aus den Zwiebeln, deshalb verbrennt dir auch der Pfeffer nicht.
Schritt 2: Fleisch würfeln und mit anschwitzen
In der Zwischenzeit den Schweinenacken in Würfel schneiden, ähnlich wie beim Gulasch, aber nicht zu grob. Die Stücke sollen später auf den Löffel passen. Nackensteaks vom Schlachter einfach der Länge nach halbieren und würfeln. Das Fleisch zu den glasigen Zwiebeln geben und mit anschwitzen. Auch hier keine Farbe.
Schritt 3: Rotkohl schneiden
Den Rotkohl halbieren und vierteln. Achtung, immer weg vom Körper schneiden. Den Strunk herausschneiden. Das äußere Stück kannst du noch einmal halbieren. Statt feiner Streifen wie bei Oma schneidest du den Rotkohl in gröbere, blättrige Stücke, damit du wie beim Weißkohl-Eintopf richtig was auf dem Löffel hast. Den Strunk kannst du übrigens naschen. Schmeckt wie Kohlrabi.
Schritt 4: Rotkohl dazugeben
Unten im Topf hat sich inzwischen Saft gebildet, von den Zwiebeln und vom Fleisch. Beim Gulasch willst du den nicht haben, hier gibt er Geschmack. Den Rotkohl nach und nach dazugeben und kurz mit anschwitzen.
Schritt 5: Äpfel dazu
Die Äpfel schälen, vierteln und direkt über den Topf hobeln. Unterrühren. Die Äpfel dürfen von Anfang an mitkochen, schmelzen und ihre feine Säure abgeben.
Schritt 6: Auffüllen und würzen
Mit der Gemüsebrühe auffüllen. Oma hätte jetzt ihr Tee-Ei mit Lorbeer, Nelke und Piment reingehängt. Ich nehme einen gehäuften Teelöffel Rotkohl Schmeichler und rühre ihn ein. Nachwürzen kannst du immer noch. Aufkochen lassen und den Deckel drauf. Ab jetzt rund eine Stunde kochen lassen.
Schritt 7: Kartoffeln zum Andicken
Die Kartoffeln in löffelgerechte Stücke schneiden und für die letzte halbe Stunde obendrauf geben. Sie dürfen ruhig ein bisschen zerkochen, dann wird der Fond schön sämig. Probieren, abschmecken und ab auf den Teller.
Tipp: Im Rotkohl Schmeichler steckt alles, was Oma ins Tee-Ei gepackt hätte, dazu Orangenschale und eine feine Zimtnote. Und du beißt später auf kein Lorbeerblatt.
Lieber Rotkohl als Beilage? Dann schau dir meinen Blitz-Rotkohl nach Großmutters Art an.
Und jetzt du: Wie verhinderst du, dass bei der ersten Kelle gleich alles vollgekleckert ist? Schreib es mir unten in die Kommentare.






